Mein erster Kontakt mit SAP

Vielleicht sollte dieser Post besser “Unheimliche Begegnung der dritten Art” heißen. Seit neun Jahren schreibe ich nun “lines of code”, auch wenn davon nur vier Jahre als professioneller Software Entwickler. Wenn ich eines besonders herausstellen müsste während meiner Arbeit in den verschiedensten Projekten, wäre es die Vielfalt der Programmiersprachen, Datenbanken, Frameworks, integrierten Entwicklungsumgebungen, Programmierumgebungen, Paradigmen, Entwurfsmuster, Methodologien etc., die ich verwendet habe. Das verwandelt mich in einen Experten von Nix, aber einen Wissenden von vielen Dingen ;). Jedenfalls hatte ich bis dahin so etwas wie SAP noch nie gesehen.

Zur Frage, was SAP ist:
Vor sechs Monate hätte ich geantwortet: SAP ist ein deutsches Unternehmen, von dem ich schon einmal gehört habe. Heute würde ich folgendermaßen antworten: SAP ist ein Monstrum! Es gibt SAP und dann den ganzen Rest, denn es ist eine komplette Welt für sich und sehr anders als alles andere.

Der große Unterschied liegt in der Programmierumgebung, in der Rolle des Servers und den Techniken, die genutzt werden, um SAP Technologien zu entwickeln.

  • Vergiss es an dem Projekt lokal zu arbeiten. Mit SAP arbeitest du immer direkt am Server.
  • Vergiss die Systeme der Versionsverwaltung wie CVS, Subversion, Mercurial oder Git. Sie kümmern sich nicht mehr um deinen Quellcode.
  • Softwareverteilung im Server? Du bist schon im Server! Willkommen in der Welt des Transports zwischen verschiedenen Systemen.
  • Sorgen wegen der Datenbankverbindung? Keine Sorge, du bist in der Datenbank, das ist Matrix.

SAPEine Sache, die am Anfang auffällt, ist das Erschaffen der Ressourcen in der Umgebung. In jeder anderen Programmierumgebung erstellt man normalerweise eine Textdatei in einem Dateisystem, die dann mit einer integrierten Entwicklungsumgebung bearbeitet wird. Mit SAP erstellt man etwas, das einen Teil eines großen Mechanismus formt. Außerdem existieren viele verschiedene Technologien innerhalb der SAP Welt, weswegen es am Anfang sehr verwirrend schien. Dadurch bedingt erscheint es einem in den ersten Tagen selbst bei den leichtesten Dingen zwischen tausenden von Möglichkeiten zu unterscheiden. Wizard und Konzepte, die man nicht versteht: Pakete, Transaktioncodes, Transportaufträge, Aktivierungen etc.

Das erstaunlichste von Allem ist der Server “the big brother”, auf dem sich alles befindet: unsere Umgebung, Werkzeuge, der Quellcode, die Daten etc.

Dieser Post versucht zu zeigen, wie ein Software Entwickler sich fühlt während seinen Anfängen in der Benutzung der SAP Technologien. Am Ende bekommt dann doch alles einen Sinn, vor Allem weil man bei gicom umgeben ist von vielen Fachwissenden, die  einem jeden Tag aufs neue Dinge beibringen.

Autor: Francisco Bosch