Zwischen J.Lo und Miami Beach: So schnell wird Arbeit zu Urlaub…

Im Mai 2015 ging es endlich los: Die SAPPHIRE NOW in Florida stand an. In diesem Jahr durfte ich exklusiv mit den beiden Geschäftsführern Stefan Hilger und Hans-Jakob Reuter unser Unternehmen auf der weltweit größten Veranstaltung der SAP vertreten.

Zur Einstimmung meiner ersten USA-Reise flog ich zusammen mit Herrn Reuter bereits das Wochenende vor der Veranstaltung nach Miami, um von dort mit dem Auto weiter nach Orlando zu fahren. Den ersten Abend verbrachten wir in Miami Beach, direkt am bekannten Art Deco District. Dort lernte ich beim Abendessen direkt die amerikanischen Essgewohnheiten kennen. Da wir vom Flug noch gut gesättigt waren, bestellt wir nur eine Vorspeise. Diese hatten es allerdings in sich:

Vorspeise in Miami Beach

Von Miami ging es über die Everglades (mit Bootstour) über Fort Myers (mit Schwimmen im Golf) und Tampa nach Orlando. Dort begann dann die Arbeit.
SAPPHIRE NOW 2015In einer riesigen, auf 16°C heruntergekühlten Halle – die Amerikaner lieben Klimaanlagen – versammelten sich von Dienstag bis Donnerstag 20.000 Menschen, um Innovationen von SAP und SAP Partnern unter die Lupe zu nehmen. Natürlich duften wir dort nicht fehlen! Zusätzlich gab es viele Vorträge zu den verschiedenen Themen und unterschiedliche Branchen. Dazu zählte auch der Vortrag unseres Kunden Globus über das erfolgreiche Projekt mit gicom.

Ich war verantwortlich für die Kundenansprache an unserem Stand. Das Publikum war bunt gemischt: Neben amerikanischen Kunden kamen auch Kanadier, Asiaten und Südamerikaner an den gicom Stand. Auch wenn ich die meiste Zeit Gespräche über unsere Lösungen führte, hatte ich zwischendurch die Chance selber über die Messe zu schlendern.

Am letzten Tag der Messe wurden alle Besucher mit Bussen ins Zentrum von Orlando gebracht, wo ein Konzert von Jennifer Lopez ausschließlich für die SAPPHIRE-Teilnehmer stattfand. Im Eishockeystadion sorgte J.Lo für besste Stimmung mit einer Show, die es in sich hatte.

Universal StudiosZum Abschluss der Reise besuchten Herr Reuter und ich die Universal Studios samt nachgebautem Hogsmeade, wo es allerlei Harry Potter- Accessoires inklusive Butterbier und Zauberstäbe zu kaufen gibt.

Die Geschäftsreise nach Florida war eine geniale Erfahrung und ich habe mich bereit erklärt, diese Strapazen durchaus nochmal auf mich zu nehmen. 😉

Autor: Niko

 

Tervetuloa Suomi – Willkommen in Finnland

Vor etwas mehr als einem halben Jahr endete mein einmaliges Auslandserlebnis in Finnland. Insgesamt vier Monate durfte ich das Wintersemester in Salo, einem kleinen beschaulichen Ort in der Nähe von Turku, verbringen.

”Aber Moment mal – Winter? Finnland? Da war doch was…”

Genau da war was! Kälte, kaum Sonne und viel Regen/Schnee. Damit stellt sich natürlich die Frage: ”Warum in Herrgotts Namen macht man so etwas? Wieso genießt man das Auslandssemester nicht bei 30°+, Sonne und Sandstrand?”

Ich wollte einfach mal etwas anderes ausprobieren. Da kam das Auslandssemester gerade recht. Gut, ehrlich gestanden hätte ich den finnischen Sommer dem Winter schon vorgezogen, aber das stand nun mal nicht zur Debatte. Daher habe ich Ende August 2014 meine ”sieben Sachen” gepackt und nach gut zweieinhalb-stündigem Flug war ich auch schon angekommen im ”Abenteuer Skandinavien”. Am Flughafen von Helsinki, auf den Bus wartend, dachte ich mir im Stillen: ”Oh mein Gott, was hast du dir nur angetan? Das Wetter, die Sprache und das vier Monate lang!”.  Rückblickend kann ich guten Gewissens sagen: ”Es war definitiv die richtige Entscheidung!”.

Wie muss man sich das Leben in Finnland eigentlich vorstellen?

Das folgende Bild gibt einen ersten Eindruck:

Finnland_erster Eindruck

Im Prinzip ist es dort viel ruhiger. Eine finnische Stadt mit 50.000 Einwohnern ist definitiv kein Vergleich zu 50.000 Einwohner-Stadt in Deutschland. Es fühlte sich mehr an wie ein ”500 Seelendorf” wovon sich die Hälfte nicht auf die Straße traut. Wer ”Partyleben im Schnee” erwartet hat, der fiel spätestens nach dem ersten Tag in eine tiefe Depression, wenn sich um 20:00 Uhr ohne Vorwarnung die Bürgersteige hochklappten und man um 21:00 vor einem verschlossenen McDonalds stand. In Köln undenkbar – in Salo Alltag. In Turku und Helsinki hingegen war das Nachtleben deutlich ausgeprägter (hier bekam man auch um 2:00 noch seinen Burger), weshalb mein Weg das ein oder andere Mal dorthin führte.

In Salo selber habe ich in einem beschaulichem 16m2  Zimmer, was eher an ein Gefägniszimmer als an eine Wohlfühloase erinnerte, gehaust. Aber spätestens nach 2 Wochen hab auch ich an dem weißgestrichenen Mauerwerk Gefallen gefunden.

Klingt bis hier nicht sehr positiv und überzeugend. Die ersten zwei Wochen war es das auch nicht. Der kleine kulturelle Schock zusammen mit der doch sehr runtergekommenen Studentenwohung machte sich doch deutlicher bemerkbar als anfangs gedacht.

Die Wende folgte dann jedoch sehr schnell. Insgesamt haben wir mit 5 Jungs in unserer WG gewohnt. Direkt nebenan wohnte der ganze Rest aller Erasmusstudenten aus Salo. Die rund 18-köpfige Gruppe hat sich sehr schnell gefunden und schon bald standen die ersten Reisen an.

Gemeinsam sind wir zunächst nach Turku, Tallinn, Helsinki und abschließend nach Stockholm gereist.

Ausflugsziele Finnland

Was war das persönliche Highlight?

Das persönliche Highlight stand im Dezember an. Für eine Woche ging es hoch in den finnischen Norden – nach Lappland. Die Tageslichtstunden mussten dort von ca. 5-6 Stunden in Salo noch einmal merklich auf 2-3 Stunden nach unten korrigiert werden.

Das Programm vor Ort sah unter anderem eine Schneemobilfahrt (!), Eiskartfahren, saunieren mit Abkühlung in 3° kaltem Wasser, einer Nachtwanderung mit Nordlichtern (!) und natürlich einer Schlittentour mit Huskys vor – Einfach einmalig!

Jan mit HuskyVom Studium unterscheidet sich das finnische System deutlich vom deutschen. Das Studiensystem baut viel mehr auf Eigenverantwortung und Flexibilität. So mussten während des Semesters wöchtlich eigenverantwortlich Bücher gelesen werden, die später der gesamten Studiengruppe vorgestellt wurden. Zudem bestanden die Prüfungsleistungen nicht wie gewöhnlich aus einer Klausur, sondern aus einer Selbstreflexion, bei der analysiert werden sollte, was innerhalb einer Veranstaltung lehrreich war und wie man sich persönlich weiterentwickelt hat. Insgesamt ein sehr spannendes Konzept.

Abschließend kann ich zwei Dinge festhalten:

  1. Das Auslandssemester war eines der größten Erfahrungen, die ich je gemacht habe
  2. Es ist einmalig wie viel neue Menschen man in dieser Zeit kennenlernt, auf welche kuturellen Unterschiede man stößt und wie sich innerhalb so kurzer Zeit Freundschaften entwickeln

Allen, die mit einem dualen Studium inklusive Auslandssemster liebäugeln, kann ich versprechen: Es wird eine unglaublich gute Zeit werden, die man nicht missen sollte!

Autor: Jan