Mein Auslandssemester in Chile

Im Juli 2014 ging es los. Alles war vorbereitet (na ja, fast alles, eine Wohnung hatte ich noch nicht), vor mir lagen 5 Monate Uni in Chile und ein Monat Reisen in Südamerika.

Schon am Flughafen in Madrid, wo ich in den Flieger nach Santiago de Chile umgestiegen bin, traf ich die ersten anderen Austauschstudenten. Im Hostel angekommen brachen wir auch schon zu einer ersten Stadterkundungstour auf. Von der Universidad de Chile aus hatte ich einen Paten zugeteilt bekommen, mit dem ich mich mit ein paar Leuten direkt am zweiten Tag zu einer etwas größeren Stadtführung getroffen habe.

Die Uni ging mit einer Infoveranstaltung für alle Austauschstudenten los. Im Vorfeld hatten wir Kurse wählen müssen, die wir nun eine Woche lang ausprobieren und anschließend noch einmal ändern durften, falls sie uns nicht gefielen. Da ich mir vorgenommen hatte, mein Spanisch zu verbessern, wollte ich in der Uni spanische Kurse belegen. In der ersten Zeit fiel es mir noch schwer den chilenischen Akzent zu verstehen, aber je länger ich da war, desto leichter wurde es. Rückblickend hätte ich vielleicht nicht unbedingt VWL-Kurse wählen sollen, für die mir die gesamten Grundlagen fehlen, aber das war auch das Einzige, was ich anders machen würde.

Chile2Nach zwei Tagen hatte ich auch eine Bleibe gefunden: ein Studentenhaus mit 13 weiteren Austauschstudenten und Praktikanten. Zusammen mit unseren beiden Vermietern haben wir in dem Haus ungefähr einen Monat lang gewohnt… Dann hat eines Nachts im Nachbarhaus der Strom entschieden, dass es doch eine gute Nacht sei, eine Leitung durchzuschmoren und das Haus in Flammen zu setzen. Morgens um halb 5 wurde ich von einem Schrei geweckt. Ein paar Sekunden später ging die Tür auf und zusammen mit den anderen flüchteten wir auf die andere Straßenseite. Von da aus mussten wir mit ansehen, wie das Feuer genau auf den Bereich unseres Hauses übergriff, in dem all unsere Zimmer lagen, in denen sich alles, was wir haben, inklusive Portemonnaie und Reisepass, befindet. Bis die Feuerwehr kam und anfing zu löschen, schien eine Ewigkeit vergangen zu sein. Mittlerweile waren das Fernsehen, das Radio und die Zeitung da. Nachdem das halbe Haus jetzt unbewohnbar war, ein Zimmer komplett ausgebrannt, drei andere Zimmer Löschschäden hatten und das ganze Haus nach Rauch stank, wurden wir also zunächst in einer Notherberge untergebracht, in der wir uns von dem Schock erholen konnten. Die erleichternde Nachricht: durch mehrere glückliche Zufälle wurde keiner verletzt, die Sachschäden waren, abgesehen vom Haus, auch relativ gering. Nach einigem hin und her haben wir unsere Vermieter dazu gebracht, das Haus zu reparieren, statt ein neues zu kaufen und einzurichten, welches kilometerweit von der nächsten Bahnstation (geschweige denn vom Zentrum) entfernt war und weder eine Küche noch eine Dusche hatte. Zwei Tage vor dem Feuer hatte ich übrigens mein erstes Erdbeben erlebt. Nun ja, für die Chilenen war es nur ein „trembledor“, also ein kleines Zittern der Erde, gerade an der Grenze dazu, ein „terremoto“, also ein wirkliches Erdbeben (oder ein unglaublich süßes, stark alkoholhaltiges Getränk), zu sein.

Kurz nach der ganzen Aufregung standen dann die Midterm-Prüfungen in der Uni an. Während die meisten ein paar Tage Urlaub gemacht haben, saß ich am Schreibtisch und musste für meine VWL-Kurse mehr lernen, als jemals zuvor. Dafür habe ich es mir dann im Anschluss an die Midterms zusammen mit einer Freundin eine Woche in Argentinien gut gehen lassen. Wobei ich auch hier schon wieder für die nächste Prüfung lernen musste.

Chile3Nachdem dann Ende November die Finals geschafft waren, ging endlich der lang ersehnte Reisemonat los. Zusammen mit einem Freund bin ich erst einmal von Santiago aus Richtung Süden gefahren. In Pucón haben wir den ersten Stop gemacht. Hier sind wir unter anderem auf den aktiven Vulkan Villarica gestiegen  (lange konnten wir leider nicht oben bleiben und ganz an den Krater durften wir auch nicht heran, da ohne Ende Rauch aus dem Schlot kam). Nach ein paar weiteren Tagen in Pucón sind wir weiter Richtung Süden in den Nationalpark Torres del Paine gefahren. Oder eher geflogen. Straßen gibt es da unten nicht besonders viele. Nach vier Tagen Wandern mit dem Zelt durch unglaublich schöne Landschaften haben wir dann noch einen Ausflug nach Feuerland gemacht, um eine Königspinguin-Kolonie zu sehen.

Chile4Um jetzt doch ein bisschen mehr Sonne abzubekommen, sind wir anschließend ganz in den Norden Chiles in die Atacama Wüste geflogen, wo wir eine 4-Tagestour durch die bolivische Wüste zum Salar de Uyuni gemacht haben. Kurz vor Weihnachten ist mein Reisebegleiter dann nach Hause und ich bin weiter nach La Paz geflogen. Dort bin ich mit dem Mountainbike den „Camino del muerto“, die Straße des Todes runtergefahren und habe am Titicacasee meine letzten vier Tage in Südamerika verbracht.

 

Der letzte Monat ging leider viel zu schnell rum und auch, wenn die 5 Monate Uni  in Chile vermutlich die lernintensivsten meines Lebens waren, war einfach alles so unglaublich toll, dass ich jederzeit und sobald es geht nach Santiago zurückkommen werden und jetzt schon dafür spare, noch viele weitere Länder auf diesem unglaublich schönen Kontinent zu bereisen. An dieser Stelle möchte ich mich auch ganz herzlich bei gicom dafür bedanken, dass mir das alles ermöglicht wurde!

Chile6

Übrigens: Erinnert ihr euch an den Vulkan, auf dem ich gewesen bin? … Der ist einen Monat, nachdem ich wieder in Deutschland war, ausgebrochen. Ende März stand dann der Norden Chiles komplett unter Wasser und im Süden gab es mehrere Waldbrände. Ich würde sagen, ich bin zur richtigen Zeit wieder nach Hause gekommen…

Autorin: Silvia

#läuftbeiuns – gicom beim Business-Run Cologne 2015

Unter dem Motto “#läuftbeiuns” gingen 18 Läufer für gicom beim HRS Business Run Cologne 2015 an den Start…also fast 18, denn ein Kollege hat es leider nicht zum Start geschafft. Aufgrund des großen Andrangs von 20.000 Teilnehmern war kein Parkplatz rechtzeitig zu finden. Zum Zieleinlauf seines Teams und für die anschließende Party war er zum Glück aber pünktlich.

Vor dem Lauf

Vor dem Lauf

Die Teilnehmer haben sich in 3er Teams auf die 5,4 km lange Strecke bei 34 Grad begeben. Trotz dieser hohen Temperaturen sind alle mit einem Lächeln ins Ziel gekommen. Die zuvor gewählten Teamnamen ließen Rückschlüsse auf die Teilnehmer jedes einzelnen Teams zu.

Team: #befehlsundkommandogewalt

Team: #befehlsundkommandogewalt

Tean: #derdualestudent

Team: #derdualestudent

#blievruhigunmachvöran

Team: #blievruhigunmachvöran

Unser Sprinterteam startete bereits um 17.50 Uhr mit dem Teamnamen „#läuftbeiuns #gicom“. Die beiden schnellsten Läufer sind gemeinsam mit einer Zeit von 25:08 min. über die Ziellinie geschossen. Eine super Leistung!

Schlusssprint unserer Sprinter

Schlusssprint unserer Sprinter

Zum Schmunzeln brachte uns jedoch ein anderer gicom-Läufer: Anstatt seine Tasche vor dem Lauf abzugeben, nahm unser Kollege Sangamesh sie lieber mit auf die Strecke – denn schon Bruce Darnell wusste: „Die Handetasche muss lebendig sein!“ Wir befürchten, dass unser Kollege sich diese Weisheit zu sehr zu Herzen genommen hat.

Beutel

Das absolute Highlight der Strecke war allerdings der Zieleinlauf ins RheinEnergieSTADION – das zu Hause des 1. FC Köln. Ein emotionaler Moment für jeden fußballverrückten Kölner. Insbesondere unser gicom-Urgestein, welches in der höchsten Altersklasse antrat, fühlte sich wie Prinz-Poldi persönlich. Eines störte ihn nun doch: Für seinen Geschmack waren es viel zu wenig Zuschauer – ein ausverkauftes Stadion hätte es dann schon sein müssen…diese erfolgsverwöhnten Senior-Consultants… 😛

RheinEngerieSTADION

RheinEngerieSTADION

Im Anschluss an den Lauf ging es auf einen Abstecher in den VIP-Bereich des Stadions, so wie es sich für Spitzensportler nun einmal gehört. Ein Gruppenfoto in dieser Atmosphäre durfte da nicht fehlen.

VIP-Gäste

VIP-Gäste

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf – da waren sich alle einig: Nächstes Jahr wollen wir die Teilnehmer- und Zuschauerzahl der gicom noch etwas steigern! – Schließlich muss das Stadion so gefüllt sein, dass unsere erfolgsverwöhnten Mitarbeiter sich heimisch fühlen.

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf

Autorin: Anica