Mit einem guten Team kann man alles erfolgreich meistern

Ich weiß, über Teamgeist im Berufsleben wurde schon viel geschrieben… Heute möchte ich das Thema Teamgeist aber einmal  von einer völlig neuen/anderen Sichtweise anhand eines gelebten Beispiels beschreiben, denn es zeigt, dass immer noch „viel mehr geht“, wenn man es nur will und von einem super Team unterstützt wird. Dieses Mal betrifft das daraus resultierende Erfolgserlebnis sogar den Chef höchstpersönlich…

Wir hatten bereits vor drei oder vier Jahren begonnen, mit einigen Kollegen unregelmäßig Mountainbikes in den nahe gelegenen Naherholungsgebieten Naafbach und Schlingenbach zu fahren. Diverse Hotelaufenthalte machten es leider immer wieder schwierig, etwas im Training zu bleiben, weil ein Mountainbike nunmal eher selten zum Reisegepäck gehört.

Einige Kollegen empfahlen die Laufschuhe – und das ausgerechnet mir, der mit Laufen nie wirklich etwas am Hut hatte. Schnell kamen die Motivationstipps hinzu, mittels spezieller Apps auch mal Distanzen und Tempo aufzuzeichnen und zu tracken. Also begann ich tatsächlich, mich im Laufen zu üben. Schnell fasste ich den Entschluss, dieses ab sofort bei allen Hotelaufenthalten zu tun, denn die Kollegen forderten mich jeweils beim nächsten Treffen zum Zeitabgleich auf.

Erster Höhepunkt kam, als ein Mitarbeiter eines Kunden (und gleichzeitig der Projektleiter in unserem Einführungsprojekt), während der SAP-Messe in Orlando sein Training mit mir gemeinsam absolvierte. Er befand meinen Trainingsstand als „ausbaufähig“ und forderte mich heraus, meine Trainingsfortschritte bei einem Wettkampf unter Beweis zu stellen: Mein erster Halbmarathon war damit versprochen für April 2016.

Zurück in Deutschland griffen die anderen Kollegen, die in dieser sportlichen Disziplin schon hinreichend Erfahrung hatten, mein Versprechen auf. Der regelmäßige Lauftreff der Firma war geboren!

Der April kam näher… Leider konnte aus terminlichen Gründen der avisierte Halbmarathon in St. Wendel nicht stattfinden, aber die Kollegen sorgten sehr schnell für Ersatz: Der Deutsche Post Marathon in Bonn am 10. April 2016. Das Mitreißen ging sogar soweit, dass ich während meines Urlaubs im Februar zweimal diese Distanz für mich alleine gelaufen bin. Es klappte und der Wettkampf konnte kommen.

Jetzt noch schnell die Meldung – und es gab kein zurück.

Der Halbmarathon-Sonntag versprach gutes und vor allem trockenes Wetter. Keiner weiß, warum wir denn schon wieder um 06:00 Uhr aufstehen mussten, aber was tut man nicht alles für das Gruppenziel… Um 08:30 Uhr war das Aufstellen in den Startblocks, denn es sollte um 08:45 Uhr losgehen. Um 09:15 Uhr setzte sich unsere Gruppe dann letztendlich in Bewegung, die Zeit lief…

Wie liefen jeweils zu zweit, damit wir uns wechselseitig ziehen konnten. Ich wollte für meinen ersten Wettkampf unter 2 Stunden bleiben. Der Kollege, der mit mir startete, ist selbst erfahrener Läufer und lächelt natürlich für sich selbst über diese Zeitvorgabe. Trotzdem wollte er mich durch bringen und schlug eine Zeit von 1:58 Stunden als Zielmarke für den persönlichen Zeitmesser vor.

Wir rollten mit der Startnummer 13411 die Menge von hinten auf. Am ersten Wendepunkt in Bonn-Beuel nach ca. 6 km hatten wir bereits einen kleinen Vorsprung. Wenn wir das Tempo so halten würden, wären wir nochmal 2 Minuten schneller.

Auf den letzten drei Kilometern entpuppte sich mein Kollege als wahrer Motivationstrainer. Er ließ nicht locker und so behielten wir unser Tempo (Pace) bei:

Zieleinlauf…Bonn Markplatz…“genieße es“, sagte er noch und 15 Sekunden später war es geschehen: mit 1:54:26 schafften wir die 21,4km.

Es war ein gutes Gefühl und – yes, we can!

Wieder einmal zeigte sich, was ein Team zu leisten vermag. Auch wenn ich für mich alleine trainieren musste, so war es die Teamleistung, die Motivationslöcher überwand und beim Wettkampf dafür sorgte, dass keiner einbrach oder sogar zurück blieb.

Danke Kollegen – Wiederholung versprochen.

Autor: Hans-Jakob Reuter

Ein Studium zwischen Moderne und Tradition

Unsere Kollegin Lisa hat sich für etwas Spannendes entschieden: Statt im heimischen Rheinland zu studieren, absolviert sie die Theoriephasen ihres Studiums an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heidenheim an der Brenz. Von ihren ersten Vorbereitungen und ihrem ersten „Auslandssemester“ berichtet sie in ihrem nachfolgenden Beitrag:

„Was man wissen sollte bevor man nach Heidenheim zieht:

  • Es gibt zwei ‚Heidenheime‘ innerhalb von 80 Kilometern: Bei dem einen handelt es sich um ein Dorf, in dem es buchstäblich nichts gibt, in dem anderen befindet sich eine Hochschule. Daher ist es wichtig ‚Heidenheim an der Brenz‘ ins Navi einzugeben. Der Umweg dauert rund eine Stunde länger – habe ich ausprobiert.
  • Was die Schwaben meinen, wenn sie beim Metzger einen LKW bestellen – denn was ich unter einem LKW verstehe gibt es bei keinem Metzger zu kaufen. Gemeint ist ein Leberkäswecken. Sehr zu empfehlen, wie eigentlich alles was die Schwäbische Küche so hergibt.

Als ich – nach meinem kleinem Umweg – zum ersten Mal in Heidenheim ankam, war ich überrascht wie viel die Stadt zu bieten hat. Da Heidenheim nur unwesentlich größer ist als Overath, hatte ich nicht damit gerechnet, dass es abgesehen von einer großen Fußgängerzone, auch eine Einkaufsgalerie gibt und somit alles vor Ort ist, was man zum Studentenleben benötigt. Trotzdem wirkt Heidenheim im ersten Moment etwas verschlafen und nicht so wie die typische Hochschulstadt.

Die Hochschule kann man nicht übersehen: ein großer moderner Würfel direkt neben der Fußgängerzone. Da ich am Wochenende ankam, konnte ich die Duale Hochschule leider nicht von innen ansehen und nur durch die Fenster einen Blick reinwerfen. Aber was ich sah, gefiel mir äußerst gut. Ein modern ausgestattetes Labor, eine schicke Mensa und große helle Räume mit hohen Decken.

DHBW Heidenheim

DHBW Heidenheim (Quelle: https://de.wikipedia.org/)

Abgesehen von meiner Erkundungstour inklusive Hochschul- und Stadtbesichtigung, war ich nach Heidenheim gekommen, um mir meine Wohngemeinschaft anzusehen. Nur fünf Minuten von der Dualen Hochschule entfernt lag diese und ich hatte Glück, dass ich mich so frühzeitig über Wohnungen informiert hatte. Denn wie ich im Laufe des Semesters festgestellt habe, ist auch der Wohnraum in Heidenheim sehr knapp. Nachdem ich nun die Stadt, Hochschule und Wohnung für gut befunden hatte, war die Entscheidung gefallen: Ich werde in Heidenheim studieren!

Am 30. September startete ich mit meinem vollbeladenen Auto Richtung Süden – nun wurde ich doch langsam nervös, ob Heidenheim eine gute Entscheidung war: Ich kannte dort niemanden, war 550 km von zu Hause entfernt und hatte keine Ahnung was genau auf mich zukommen würde. Die erste Herausforderung ließ nicht lange auf sich warten: Als ich am Nachmittag im Hotel ankam – in dem ich eine Nacht bleiben musste, da ich meine Wohnung erst am nächsten Tag beziehen konnte –, musste ich erstmal feststellen, dass ich leider meine Kleidung nach ganz unten ins Auto geladen hatte und nicht mehr daran kam. So hatte ich direkt eine erste Freizeitbeschäftigung gefunden: Shoppen in Heidenheim, damit ich den nächsten Tag überstehen würde bis ich meine Klamotten auspacken konnte. Zufällig gab The BossHoss an diesem Abend ein Konzert in Heidenheim, sodass die Stimmung auf dem Rathausplatz in Heidenheim super war.

Nachdem ich eine schlaflose Nacht verbracht hatte, weil ich überlegte ob ich noch etwas Essentielles zu Hause vergessen hatte, kam ich am nächsten Morgen pünktlich in der Hochschule an. Ich sah direkt eine Person, die sich ebenfalls suchend umsah. Zusammen fanden wir den Raum, in welchem wir von unserem Studiengangs-Leiter und der Studentenvertretung begrüßt wurden. Auf dem Weg dorthin stellten wir fest, dass wir beide Nachbarinnen sind und sie bisher auch niemanden kannte. Der erste Tag verging super schnell – erst die Klärung ein paar wesentlicher organisatorischer Punkte und dann eine Führung durch die Hochschule. Im Anschluss gingen wir in kleineren Gruppen ins Stadtzentrum, um gemeinsam zu essen und uns besser kennenzulernen. Wie sich schnell herausstellte, war nur ein Kommilitone aus unserem Kurs aus Heidenheim – der Rest kannte sich ebenso wie ich nicht aus.

Nachdem die ersten Tage in der Hochschule dem Kennenlernen dienten, ging es in der nächsten Woche dann richtig los: In zwei Monaten standen bereits die ersten Klausuren an. Jeden Tag unter der Woche war von morgens bis nachmittags in Vorlesungen, sodass keine Zeit für Langeweile blieb. Sämtliche Freizeitaktivitäten mit meinen Kommilitonen wurden daher in die Abendstunden verlegt, sodass es morgens nicht immer leicht war aufzustehen – ausruhen konnte ich mich dafür am Wochenende. An den Wochenenden nutzte ich allerdings auch gerne die Zeit, um die umliegenden Städte zu besuchen: Nördlingen mit seinem Meteoritenkrater, Augsburg und Ulm während der Weihnachtsmarktzeit. Auch meine Familie kommt mich gerne besuchen, denn die Städte wirken alle etwas ruhiger als im Rheinland, was daran liegen könnte, dass sie alle deutlich kleiner sind.

Meine anfänglichen Bedenken sind komplett verflogen und mein erstes Semester ist viel zu schnell vergangen. Ich freue mich nun schon auf das nächste Semester in Heidenheim!“

Autorin: Lisa