Die Effektivität der Ehrlichkeit – Unser Weg zur Arbeitgebermarke

2 von 5: Wird man denn nun eine authentische Arbeitgebermarke?

Wir haben uns für die Entwicklung einer Employer-Brand nach dem DEBA-Modell entschieden. Bei diesem wird zunächst aus repräsentativen Mitarbeitergruppen heraus ein kulturelles Profilbild des Unternehmens erarbeitet. Dieses wird ergänzt um eine Zukunftsperspektive aus Sicht der Geschäftsführung. Auf Basis dieser Ergebnisse wird dann die eigentliche Arbeitgebermarke entwickelt. Es geht also um die Sichtbarmachung der implizit schon vorhandenen, wirklich gelebten Unternehmenskultur, um aus dieser dann eine authentische Marke zu entwickeln, die jeden Tag im Unternehmen erlebbar ist.
Das ganze Thema Employer Branding rückt damit aus der (falschen!) synonymen Verwendung mit „Personalmarketing“ hin zum Bereich Organisationsentwicklung, denn es geht im Kern um nichts Geringeres als die Unternehmenskultur.

Zum Start dieses spannenden Projekts, mit dem wir in etwa 2 Monaten „unsere Brand“ gemeinsam erarbeitet haben werden, wurde an unseren drei Standorten in Köln, Overath und Brodhausen eine Roadshow angeboten, um alle Kolleginnen und Kollegen über die Methodik des Projekts und ihre wichtige Rolle im Prozess zu informieren. Vorsichtig formuliert haben HR-Projekte in der Vergangenheit schon weniger Interesse hervorgerufen, als dieses. Von vielen gab es ehrlich positives Feedback, ein toller Projektstart!

Wie wird es weitergehen? In den letzten beiden Wochen hatten Köbes und Stefan ihre Interviews zum Thema Zukunftsperspektive, in der nächsten Woche werden wir dann von der „Chef-Trüfflerin“ der DEBA besucht, die unsere Mitarbeitergruppen moderieren wird. In der Woche darauf werde ich bei DEBA in Berlin selbst mit Hand anlegen dürfen, um aus den gesammelten Erkenntnissen unsere Profilfelder zu erarbeiten. Wir sind also bereits mitten im Prozess!

Mit frischen Impressionen aus der Hauptstadt werde ich mich dann auch an dieser Stelle zurückmelden, um weiter über unseren Weg zur Arbeitgebermarke zu berichten.

Autor: Michael, Leiter HR

Die Effektivität der Ehrlichkeit – Unser Weg zur Arbeitgebermarke

1 von 5: Was zum Teufel hat Employer Branding mit Zahnzusatzversicherungen zu tun?

Aller Anfang ist schwer, das gilt ganz besonders für den Weg zur authentischen Arbeitgebermarke. Jeder Trittbrettfahrer und wie-auch-immer-qualifizierte Dienstleister auf dem bunten Jahrmarkt des Personalmarketings meint mit irgendeinem neuen Benefit einen „deutlichen Beitrag zu ihrem Employer Branding“ leisten zu können. Mein persönliches Highlight ist die betriebliche Zahnzusatzversicherung, die mir als HR-Verantwortlichem mit genau diesem Buzzword-Bingo angepriesen wurde. Da könnte ich doch glatt in den Tisch beißen.

Employer Branding ist die Entwicklung und Führung einer Arbeitgebermarke nach den Grundsätzen des Brand Managements. Es geht also um strategische Markenführung und nicht um eine Personalmarketingmaßnahme. Ob irgendeine Marketingmaßnahme, diverse Zusatzversicherungen oder bunte Bildchen einen veritablen Beitrag zu meinem Employer Branding leisten, dass hängt ganz davon ab, was meine Employer Brand im Kern aussagt. Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen auf dem Felde der Dienstleister: Je nachdem welche der vielen Agenturen ich frage, die sich irgendetwas mit Employer Branding auf ihre Visitenkarte geschrieben haben, bekomme ich unterschiedlichste Herangehensweisen präsentiert bis hin zu fix- und fertigen Arbeitgebermarken „out of the box“ mit passender Karriereseite, politisch korrekten Unternehmenswerten und dümmlich grinsenden „Mitarbeiter“-Bildern aus Shutterstock. Warum das nicht funktioniert? Welches Kundenfeedback bekäme wohl McDonalds, wenn es mit „***Sterneküche“ werben würde? Marken, auch Arbeitgebermarken müssen authentisch sein und das Versprechen halten, das sie geben. Wenn man auf Kununu und Co. Bewertungen wie „Außen hui – innen pfui“ liest, dann wird das in den meisten Fällen auf ein gebrochenes Markenversprechen zurückzuführen sein.

Wie aber nun wird unser Ansatz sein? Wie wollen wir eine starke, authentische Arbeitgebermarke werden? Begleitet uns auf unserem Weg in dieser Artikelserie!

Autor: Michael, Leiter HR