Mein Praktikum bei gicom

Mein Praktikum, warum?

Die Antwort ist einfach: Ich gehe momentan auf das Berufskolleg Bergisch-Gladbach. In drei Jahren mache ich dort mein Fachabitur und eine schulische Ausbildung zum informationstechnischen Assistenten. Der Praktische Teil dieser Ausbildung beinhaltet ein 8-Wochen-Praktikum. Vier Wochen hatte ich bereits bei einer Firma in Köln absolviert, die anderen vier Wochen machte ich nun bei der gicom. Die Suche nach einem Praktikumsplatz war letzten Endes schwerer als gedacht. Immer wieder kamen Absagen, die meisten Firmen haben sofort abgelehnt: „Wir nehmen keine Praktikanten“. Bei der Firma gicom hatte ich Glück. Nach einem Infoabend und einer schriftlichen Bewerbung ging es immer weiter Richtung Zusage. Als ich dann die Bestätigung im Briefkasten hatte, habe ich mich natürlich sehr gefreut.

Der erste Tag

Nach einem Gespräch mit dem Chef stand die Aufgabenstellung fest: „Entwerft eine Datenbank, die alle nötigen Informationen zu einer Inventarisierung der Hardware aufnehmen kann, sowie eine Android-Applikation, die zum Verwalten dieser Informationen dienen soll.“

Dann mal los…

Am dritten Tag stand der erste Datenbankentwurf. Dann fingen wir (mein Praktikumskollege Julian Herbst und ich) an zu recherchieren. In der Schule hatten wir zwar mit dem Thema Android-App-Entwicklung angefangen, aber über eine kleine, triviale Taschenrechner-App sind wir nicht hinausgekommen. Jetzt hieß es: „Was für Bedienelemente gibt es?“, „Wie gestalte ich die Oberfläche?“ und die wichtigste Frage: „Wie verbinde ich eine Android-App mit einer Datenbank?

Am letzten Tag der ersten Woche wurde der Datenbankentwurf mit dem Geschäftsführer, Herrn Reuter, besprochen, der daraufhin relativ zufrieden war.

Damit fingen wir an eine Test-App zu basteln, und jeden Tag der darauffolgenden Woche googelten wir uns neue Erkenntnisse dazu und das Knöpfchenkonstrukt nahm so langsam eine Form an, die man als App-Oberfläche hätte bezeichnen können. Zum Ende der zweiten Woche stand dann eine annehmbare, erste Dummy-Oberfläche.

Connections…

…. sind so ziemlich das Wichtigste beim Arbeiten mit Datenbanken. Also fragte ich mich zu Beginn der dritten Praktikumswoche: „Wie mache ich das jetzt?“ Nach einigen Stunden Suchmaschinenquälen hatte ich eine potenzielle Antwort: JDBC Treiber. Den Tag darauf habe ich damit verbracht, herauszufinden das JDBC Treiber, welche normalerweise eine Schnittstelle zwischen Java-Datenbank darstellen, unter Android schlecht bis gar nicht laufen. Die einzige andere Möglichkeit war ein Webservice der als Brücke zwischen App und Datenbankserver arbeitet.

Der Webservice 

Also fing ich an, einen Webservice aufzusetzen. Da ich in der Schule schon einmal mit ASPX.NET gearbeitet habe, entschied ich mich dafür. Innerhalb der letzten drei Tage der dritten Praktikumswoche programmierte ich dann den Webservice. Als ich schließlich die SQL-Befehle aus den HTTP-POST Anfragen entgegennehmen und ausführen bzw. mir die Ergebnisse aus selbigen von der Datenbank holen konnte, stand ich vor einem neuen Problem: Wie verpacke ich die Daten, um sie auf der anderen Seite wieder verwenden zu können? Einen Tag recherchierte ich dann über verschiedene Datenformate, in der engeren Auswahl standen schließlich JSON und XML. Ich entschied mich für XML, da der Zusammenbau eines XML Strings in meinen Augen einfacher war. Am Ende der Woche war der Webservice fertig gestellt.

Ich konnte jetzt Ergebnisse aus SELECT-Abfragen zurücksenden und Informations- und Fehlermeldungen, in entsprechende XML-Tags verpackt, an das aufrufende Gerät liefern.

Die andere Seite…

… war dann die App selbst. In der vierten Woche beschäftigte ich mich damit per Android passende HTTP-Anfragen zu versenden und die Antworten wieder so auseinanderzunehmen, dass ich sie verwenden konnte. Dazu baute ich einige Hilfsklassen, die den ganzen Prozess schön abkapseln sollten. Nach einigen Updates und Bugfixes funktionierten die dann auch einwandfrei. Zum Testen und zur späteren Dokumentation bastelte ich noch eine kleine Demo-App, um zu zeigen, wie man meine Klassen implementiert.

Verheiratung 

Der letzte Schritt bestand daraus, die Dummy-Oberfläche mit Hilfe meiner Hilfsklassen mit Logik zu bestücken, damit das Ganze dann auch mal funktioniert. In diesem Punkt sind wir aufgrund Zeitmangels leider nicht mehr fertig geworden, aber der Grundstein ist gelegt. Mittlerweile kann man z. B. mit der App nach Geräten in der Datenbank suchen sowie Geräte zur Datenbank hinzufügen. Auch kann man jetzt Sehen welche Geräte ein User besitzt und sich detaillierte Informationen zu Usern und Geräten anzeigen lassen.

Fazit

Dafür, dass wir fast von Null angefangen haben, haben wir doch schon einiges geschafft. Im Praktikum habe ich viel gelernt und dieses Wissen kann ich sicherlich später noch einmal gebrauchen. Die Kollegen waren freundlich und das Praktikum hat im Großen und Ganzen viel Spaß gemacht. Ein bisschen mehr Hilfe wäre sicherlich auch gut gewesen, aber es war nicht schlecht sich auch komplexere Themen mal selbst erarbeiten zu müssen.

Langweilig war es in keinem Fall.

Schönes Praktikum!

Autor: Fabian Friederichs

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