Projekterfahrungen

Erfahrungsbericht zum SAP HANA Ramp-Up bei einer führenden Elektronik-Fachhandelskette Europas:

Seit Anfang des Jahres arbeiten wir daran, unser erfolgreiches Strategisches Konditionsmanagement (SKM), welches schon lange bei verschiedenen Unternehmen erfolgreich im Einsatz ist, auf ein SAP HANA System zu migrieren. Das neuartige HANA System ermöglicht es uns völlig neue Szenarien und Simulationen abzubilden. (Die Vorteile von SAP HANA)

Ich arbeite schon seit letztem Jahr intensiv mit daran diese neuen Möglichkeiten zu erforschen und umzusetzen und war natürlich entsprechend begeistert zu hören, dass wir als erster SAP Partner die Möglichkeit haben, unsere HANA Innovationen bei unserem Kunden vor Ort zu implementieren.

Das Herzstück des HANA Servers ist der Arbeitsspeicher (Foto: Pascal Ballottin / pixelio.de)

Ich habe die vergangenen Monate  direkt vor Ort an der Migration aktiv mitgearbeitet und dort viele neue Erfahrungen sammeln können. Der Einsatz „vor Ort“ beim Kunden unterscheidet sich von der Arbeit in unserem Hauptsitz in Overath. Ich bin montags per Bahn angereist, habe jeweils drei Nächte im Hotel übernachtet und bin donnerstags abends mit dem ICE fünf Stunden aus dem Süden Deutschlands zurückgefahren.

Während dieser Zeit hatte ich die Möglichkeit meine Kenntnisse im Bereich des SAP Datenmanagements (SAP BI) und SAP HANA anzuwenden und zu erweitern. Gleichzeitig konnte ich mein, in der vorausgegangenen Theoriephase an der FHDW in Bergisch Gladbach erlerntes,  theoretisches Wissen praktisch anwenden und umsetzten.

Autor: Thomas Scheurich

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Projektabschluss operatives und strategisches Konditionsmanagement bei einer führenden Elektronik-Fachhandelskette Europas:

Nachrichten über neue, innovative Projekte hört man in den Medien häufig und sind von Unternehmen gern gesehen. Denn sie zeigen, dass eine Organisation nicht stillsteht und sich mit Neuem bzw. Optimierungen von Bestehendem beschäftigt, um sich weiterzuentwickeln und für die Zukunft zu rüsten. Das publiziert man gerne auch medienwirksam, um die positive Innovationskultur eines Unternehmens hervorzuheben. Allerdings hört man häufiger von neuen Projekten, als vom weiteren Fortschritt oder erfolgreichen Abschlüssen dieser. Laut Definition löst man Aufgabenstellungen im Rahmen von Projekten bei denen „das zu lösende Problem relativ komplex erscheint und der Lösungsweg zunächst unbekannt ist.“. Jedoch führt die Komplexität bzw. die unsichere Planbarkeit des Projektergebnisses häufig dazu, dass Projekte gänzlich scheitern oder die anfangs geplanten Aufwände oder Ziele nicht erreichen. Diese Fehlentwicklungen werden zumeist vor der Öffentlichkeit unter Verschluss gehalten und daher kommt es, dass der Informationsfluss über den Projektstatus im Sande verläuft. Nicht jedoch so bei der gicom…

Das im Juli 2008 begonnene Projekt zur Einführung des operativen (OKM) und strategischen (SKM) Konditionsmanagements bei einer führenden Elektronik-Fachhandelskette Europas, hat mit einer offiziellen Abschlussveranstaltung im Juli diesen Jahres sein erfolgreiches Ende gefunden. Begonnen hat die Einführung  2008 mit den zwei Pilotländern Niederlande und Belgien, in denen der Handelskonzern u.a. seine Märkte betreibt. Zunächst hat sich das Projekt auf das operative Konditionsmanagement fokussiert und die Kernanforderungen der Piloten diesbezüglich aufgenommen. In dieser Zeit war der Projektstandort fast ausschließlich in Rotterdam, wo die niederländische Tochtergesellschaft ihren Verwaltungssitz hat. Mit erfolgreichem Go-Live der Niederlande bereits im November 2008 gab es früh einen ersten Teilerfolg zu vermelden. In den nachfolgenden Releases wurden weitere Anforderungen, die nicht im OKM Standard enthalten waren, implementiert. Mitte/Ende 2009 war es dann soweit, auch die anderen Länder auszurollen. Es wurden Länderpakete geschnürt, die nacheinander ausgerollt wurden, denn die Fachhandelskette ist in 14 Ländern aktiv, die man nicht alle gleichzeitig bedienen konnte. In den folgenden Monaten und Jahren waren wir damit beschäftigt, insbesondere die landesspezifischen sowie rechtlichen Anforderungen kennenzulernen und damit in OKM umzugehen. Es gab ‚einfachere‘ Länder wie Österreich oder Belgien, aber auch ‚komplexere‘ wie Spanien oder Russland, die uns vor allen Dingen mit ihren steuerrechtlichen Richtlinien zu schaffen machten. Im Rahmen des Rollouts waren wir vor allem am Sitz der Holding lokalisiert, zu den Workshops oder Schulungen mit den Ländern sind wir mit zwei bis drei Projektmitgliedern in das jeweilige Land gereist. Besonders die zahlreichen Auslandsaufenthalte waren eine spannende Erfahrung und der Kontakt mit verschiedenen Kulturen verlieh dem projektüblichen Alltag eine aufregende und interessante Komponente. Im Anschluss an die Produktivsetzung eines Landes mit OKM, folgte nicht lange danach ebenfalls die Implementierung von SKM. Im ungefähr jährlichen Turnus gab es auch Teamentwicklungs-Events für das Projektteam, welches sich aus Mitarbeitern von gicom sowie unseres Kunden zusammenstellte. Dieses diente zur Stärkung der Zusammenarbeit und des Teamspirits. So waren wir unter anderem auf einer Rafting Tour in Österreich oder ein anderes Mal in einem Klettergarten.

Zum offiziellen Abschlusstermin im Juli 2012 sind viele ehemalige und aktive Projektmitglieder zusammengekommen und hörten gespannt unserem Geschäftsführer, Herr Hans-Jakob Reuter, sowie dem Vice President Controlling unseres Kunden beim Projektresumé zu. Dabei wurden die Erfolge und der Mehrwert des Projektes für die Unternehmensgruppe herausgestellt. Zudem wurden ebenfalls einige Anekdoten zum Besten gegeben, die sich im Laufe der Jahre zugetragen haben. Abschließend gab es noch eine standesgemäße Projektabschlussfeier mit leckerem Essen und genüsslichen Getränken.

Der Projektabschluss zu den Modulen OKM und SKM aus der gkm Suite heißt allerdings nicht, dass die Zusammenarbeit mit unserem beendet ist. Es sind bereits Folgeprojekte angelaufen, die sich einerseits mit weitergehenden Optimierungen im OKM bzw. SKM-Umfeld beschäftigen, andererseits neue Themen tangieren. So soll für das dezentrale Konditionsmanagement, darunter versteht man bei unserem Kunen die Abwicklung von Konditionen in den Märkten, ebenfalls OKM als Tool genutzt werden. Dazu wird im Rahmen eines Projektes OKM@Web eingeführt, welches die Funktionalitäten des operativen Konditionsmanagements nicht über die konventionelle SAP GUI, sondern über einen gewöhnlichen Internet Browser erreichen lässt. Ferner wird im Rahmen eines anderen Projektes eruiert, ob das Verhandlungsmanagement aus der gkm Suite mit der iPad Komponente, aus Kundensicht eine sinnvolle Ergänzung zur Unterstützung des Verhandlungsprozesses beim Lieferanten ist [nähere Infos unter Contract2Go].

Mit den letzten Worten ertappe ich mich dabei, so wie anfangs berichtet, wie viele andere über neue Projekte zu berichten. Jedoch bin ich mir sicher, dass auch zu diesen Projekten Meldungen über den weiteren Fortschritt bzw. dem Projektabschluss nicht auf der Strecke bleiben.

Autor: Patrick Zajonz

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Internationale Projektteams – Herausforderung und Bereicherung

Arbeiten in der Zentrale eines Weltkonzerns, Projekte in Amerika und Asien, internationale Teams, weltweit zusammengestellt aus Consultants, technischen Spezialisten und Mitarbeitern des Kunden. Als Berater bei der gicom konnte ich in den letzten fünf Jahren die Besonderheiten solcher Projekte aus der Nähe erleben. Global verteilte Projektteams haben zunächst einmal ganz offensichtliche Probleme zu überwinden: Verschiedene Zeitzonen und Sprachen, hohe Reisekosten und mancherorts eine schlechte Internetanbindung. Daneben trifft man aber auch auf überraschende Schwierigkeiten.

So genügt ein Kick-Off als Teambuilding-Maßnahme nicht, um aus unterschiedlichsten Mentalitäten und räumlich getrennten Spezialisten eine funktionierende Gruppe zu bilden. E-Mails und Telefonkonferenzen ersetzen nicht persönliches Kennenlernen und gegenseitige Vor-Ort Besuche. In Asien beispielsweise funktioniert buchstäblich nichts ohne zwischenmenschlichen Kontakt. Und nur im direkten Erleben lernt man, dass ein indisches „Ok“ lediglich bedeutet „Ich habe gehört was gesagt wurde“, vor der Durchführung der besprochenen Aktion aber zusätzlich eine klare Anweisung erwartet wird.

Die Chancen und Herausforderungen der Globalisierung – Wir haben es in der Hand!

Allerdings ergeben sich auch Vorteile durch das Zusammenwirken unterschiedlicher Denkweisen, Erfahrungswelten und Herkunftsländer. Ein Teammitglied aus der jeweiligen Region ist einfach näher am Kunden, spricht eher dessen ‚Sprache‘ und kennt lokale Gegebenheiten und Regularien. Kollegen aus der Zentrale kennen dagegen die wesentlichen Entscheider.

Jeder bringt seine Stärken ein, gemeinsam finden sich bessere Lösungen als bei einseitiger Betrachtung. Gründliche Planung ergänzt sich mit Improvisationstalent, Gradlinigkeit mit Flexibilität, Sachlichkeit mit Einfühlungsvermögen. Verschiedene Strategien kommen bei Problemen zum Einsatz: Ein deutscher Kollege tendiert eher dazu, Prozesse gemäß den Vorgaben technisch abzubilden, notfalls auch mit hohem Aufwand. Indische Kollegen streben dagegen oft einen organisatorischen bzw. kommunikativen Weg an. Der amerikanischen Mentalität entspricht es, gerne Vorgaben in Frage zu stellen und eigene Prozessvarianten vorzuschlagen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass internationale Teams einige Risiken in sich bergen, aber eben auch viele Chancen. Dabei lässt uns eine immer enger vernetzte und verstärkt globalisierte Welt oft gar keine andere Wahl, als weltweit Kräfte zu bündeln, Kompetenzen zusammenzubringen und so Wettbewerbsvorteile zu realisieren. Schließlich bietet ein solches Umfeld auch jedem Einzelnen die Möglichkeit, sich persönlich weiter zu entwickeln, Hemmschwellen zu überwinden und völlig neue Erfahrungen zu sammeln. Insgesamt war es für mich eine extrem spannende und bereichernde Zeit.

Autor: Ralf Berges

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GKM goes Italy

Im Rahmen des Rollouts unseres SAP Add-On‘s GKM (Gruppenweites Lieferanten- und Konditionsmanagement) bei dem Handelsunternehmen Media-Saturn haben wir uns zuletzt zu einem Workshop in der Niederlassung von der Landesgesellschaft Media-Saturn Italien eingefunden. Der Standort befindet sich in dem kleinen Ort Curno bei Bergamo im Norden Italiens. Media-Saturn Italien verwaltet die beiden Vertriebsschienen Mediaworld und Saturn. Im Gegensatz zu allen anderen Ländern, in denen die Gruppe aktiv ist, heißt es Mediaworld anstelle Media Markt. Das Team umfasste zwei Mitarbeiter der Unternehmensberatung gicom, die regelmäßig das Projekt beim Kunden betreuen, sowie fünf weiteren Kollegen aus dem Projektteam der Media-Saturn Holding aus Ingolstadt. Gegenstand des zweitägigen Workshops war die Abstimmung von landesspezifischen Anforderungen der italienischen Kollegen. Zur Anbindung an GKM müssen insbesondere alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt werden, die an Buchungen, Steuerfindung, Rechnungsbelegen uvm. gestellt werden.

Für die, die noch nichts von unserem Produkt gehört haben, sind im Folgenden ein paar Facts dargestellt:

GKM ist ein Modul zur automatisierten Abwicklung von Rabatten bzw. Konditionen, die ein Handelsunternehmen mit seinen Lieferanten vereinbart. Es bringt Struktur in den Konditionswust, der heute im Handel vorherrschend ist, und macht die das operative Konditionsmanagement transparenter.

Die wesentlichen Vorteile von GKM auf einen Blick:

  • Erlaubt eine flexible, nicht limitierte Anzahl von Konditionsarten
  • Unterstützt zwei Arten der Konditionsfindung und Kalkulation von Erträgen:
    • Standard-Ausnahme: eine detaillierte Vereinbarung gilt vorrangig vor der allgemeinen
    • Additives Verfahren: eine detaillierte Vereinbarung gilt zusätzlich zur Allgemeinen
  • Bearbeitet die meisten nachträglichen Konditionen voll automatisch
  • Für alle anderen Konditionen greift die Alarm- und Freigabe-Funktion
  • GKM unterstützt eine dreistufige Verantwortung bei der Verhandlung, Pflege und Darstellung von Konditionen (international/Gruppe, national/regional, lokal/dezentral)
  • Erlaubt die Darstellung und Verwendung der gesamten Unternehmensorganisation zur Konditionsdifferenzierung; die SAP Strukturen sind Sub-Strukturen von GKM
  • Vollständige Integration zum SAP® FI entsprechend IFRS Anforderungen:
    • Rechnungen / Gutschriften an den Lieferanten
    • Abgrenzung
    • Verteilung intern oder an unsere Kunden
    • Risk Management
  • Plattform für ein strategisches Lieferantenmanagement zur Sortimentsbestimmung

Mehr dazu erfahren sie auf der [Website der gicom].

Im Rahmen der Einführung von GKM bei der Media-Saturn Gruppe wurden bereits 12 Länder an das Konditionsmanagement-Modul angebunden. Die Gruppe ist vorwiegend in Europa vorzufinden, hat in 2011 jedoch auch den ersten Schritt nach Asien gewagt. Die nächsten Aktivitäten für unser Projekt stehen in Italien sowie Russland an. In der russischen Landesgesellschaft fand nach zwei initialen Workshops und diversen Telepräsenzen zur Abstimmung des Customizings und der steuerlichen Anforderungen, im November 2011 die erste Anwenderschulung in Moskau statt. Aktuell befindet sich Russland in einer intensiven  Testphase. Darüber hinaus gibt es noch letzte Abstimmungen, sodass dem geplanten Go-Live im Frühjahr 2012 nichts mehr im Wege steht.

Der Rollout war und ist weiterhin  sehr spannend für die Mitarbeiter der gicom. Insbesondere das internationale Flair durch den Kontakt mit verschiedenen Kulturen und der Erfahrung in verschiedenen Ländern gibt dem projektüblichen Alltag eine aufregende und interessante Komponente.

Autor: Patrick Zajonz

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