Deutscher Handelskongress Berlin 2012

Ok, ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich ein wenig neidisch auf unseren Kollegen Luis war, als dieser mir eröffnete, dass er mit zur SAPPHIRE nach Madrid darf. Wobei ich natürlich eingestehen muss, dass er mir in der spanischen Sprache ein klein wenig überlegen ist und im Gegensatz zu mir über einen etwas größeren Wortschatz als „Salud“, „Si“ und „No“ verfügt… 🙂 Umso mehr habe ich mich jedoch gefreut, als unsere Geschäftsführer fragten, ob ich sie auf den Deutschen Handelskongress in die Hauptstadt begleiten möchte. Ich war begeistert- wissen wir doch spätestens seit Klaus Wowereit, wie sexy Berlin ist…

Herr Hilger flog am Vormittag des 20.11.2012 bereits vor und überwachte den Aufbau unseres Messestandes, weshalb Herr Reuter und ich das Auto wählten, um Roll-ups, die Präsentationswand und diverse Werbemittel zu transportieren. Am folgenden Morgen haben wir uns gegen 8.30 Uhr am Messestand getroffen und letzte Vorbereitungen getroffen. Herr Hilger führte mich noch im Rahmen eines Crash-Kurses in Contract2Go ein und schon startete der Deutsche Handelskongress.

Kaum waren Herr Hilger und Herr Reuter zu einem Vortrag aufgebrochen, besuchte mich unser Standnachbar und fragte interessiert nach, was wir denn so anbieten. Meine große Stunde hatte geschlagen – zum ersten Mal musste/wollte/durfte ich Contract2Go auf dem iPad vorführen… Naja, was soll ich sagen- ich habe mein Bestes gegeben 🙂 Nach meiner Vorführung habe ich darauf hingewiesen, dass unsere Geschäftsführer es sicher etwas besser hätten zeigen können. Unser Standnachbar entgegnete grinsend, dass ich es doch „ganz charmant“ gemacht habe. Liebe Kollegen, was soll ich unter „ganz charmant“ verstehen…? Ich befürchte, es geht in die Richtung „Sie hat sich stets bemüht“…

In den kommenden Stunden freute ich mich sehr, wenn ich auf den Namensschildern bekannte Ansprechpartner entdeckte, deren Namen ich ansonsten nur aus dem CRM kenne und nunmehr auch Gesichtern zuordnen kann. Des Weiteren habe ich definitiv gelernt, was gelebtes Networking ist… Ich muss sagen, dass ich sehr beeindruckt war, wie unsere Geschäftsführer mit potentiellen Kunden ins Gespräch kommen und innerhalb kurzer Zeit solch großes Interesse wecken, dass um einen Folgetermin gebeten wird. Herr Hilger hatte sich beispielsweise zum Ziel gesetzt, einen Kontakt zu einem begehrten Vorstand auf dem DHK zu knüpfen und hat es tatsächlich geschafft- 2013 wird ein Treffen stattfinden.

Außerdem war es sehr interessant zu hören, dass unsere Kunden zielstrebig nach unserem Stand „gesucht“ haben, es also durchaus registriert wird, dass wir auf Veranstaltungen vertreten sind. Ich habe an diesem ersten Tag viel beobachtet, zugehört und einiges darüber gelernt „wie der Handel tickt“. Erwähnenswert ist zudem, dass wir am ersten Tag auch unsere „Obstdamen“ kennen lernten, die uns seitdem jeden Dienstag mit frischem Obst beliefern.

Am Abend fand dann ein Galadinner statt, welches unsere Bundesarbeitsministerin, Ursula von der Leyen, eröffnete. Anschließend wurde der Deutsche Handelspreis in drei Kategorien verliehen. Der Handelspreis 2012 in der Kategorie ‚Managementleistung Mittelstand‘ ging an das Familienunternehmen Modehaus L+T in der Osnabrücker Region mit über 20.000 qm. In der Kategorie ‚Managementleistung filialisierte Großbetriebe‘ wurde Deichmann, der größte Schuhhändler Deutschlands und Europas, ausgezeichnet. Überrascht hat mich, dass Deichmann 3.200 Filialen hat und tatsächlich in 22 europäischen Ländern sowie den USA vertreten ist.

Abschließend folgten die für mich kurzweiligsten Reden des Abends: Der Lifetime Award 2012 ging an Herrn Günther Fielmann für den Aufbau der größten Optikerkette Deutschlands. Der Laudator hatte schnell alle Lacher auf seiner Seite als er eine Zeitreise in seine Kindheit antrat, in welcher er der festen Überzeugung war, sein Leben sei zu Ende, als der Augenarzt ihm eröffnete, dass er eine Brille braucht. Anschließend hielt Herr Fielmann eine Rede, in der er eindrucksvoll bewiesen hat, dass er mit seinen 73 Jahren noch deutlich zu jung für den Schaukelstuhl ist. Aber wie er auch selbst betonte: Der Nachwuchs muss sich nicht beeilen- er hat noch Zeit… – und mit ihm sein engstes Team aus Büroleiterin, Innenarchitekt und erstem Auszubildenden, mit denen er seit nunmehr über 30 (!) Jahren zusammenarbeitet. Besonders beeindruckend war, dass Fielmann mit nur 5 % der deutschen Optikerfachgeschäfte knapp 40 % aller Auszubildenden im augenoptischen Handwerk stellt und dass ALLE Bundes- und Landessieger der Gehilfenprüfung im Jahr 2012 ihre Ausbildung bei Fielmann absolviert haben. Nach dem Galadinner folgte dann die Retail-Party, mit welcher der erste Kongresstag einen schönen Abschluss fand.

Meine Vorbereitung für etwaige Schadensersatzansprüche!

Am folgenden Tag stand tagsüber das normale Kongressprogramm auf dem Plan. Anschließend haben wir die Heimfahrt angetreten. Herr Reuter hatte offenbar genug von mir, jedenfalls konnte er nicht schnell genug nach Hause kommen. Zur Vorbereitung etwaiger Schadensersatzansprüche habe ich vorsichtshalber seinen Bordcomputer fotografiert.

Nebenbei kam ich in den Genuss einer Auswahl seiner 125.000 (!) Lieder. Da ich aufgrund der vielen Eindrücke der vergangenen Tage jedoch sehr erschöpft war, bin ich trotz der guten Musikauswahl ungefähr auf halber Strecke eingeschlafen und erst kurz vor Köln wieder aufgewacht. 🙂

Der Deutsche Handelskongress war ein tolles und lehrreiches Erlebnis für mich und ich bin sehr dankbar, dass ich dabei sein durfte. Wobei….. Eine Schattenseite hatte ich noch gar nicht erwähnt….- Mein größtes (und einziges) Problem war eindeutig, dass direkt vor unserem Messestand ein riesiges Buffet aufgebaut war, auf dem von morgens bis abends die leckersten Gerichte angeboten wurden. Reicht es aus, wenn ich sage, dass ich in den zwei Tagen drei Kilogramm zugenommen habe und Herr Reuter meinte, dass sie mich nie mehr mitnehmen, weil ich sonst völlig aus der Form gerate????

Autorin: Nicole Mehl

Business Knigge – Mit Stil zum Erfolg

Wir hatten Dank des FHDW Career Services in Bergisch Gladbach die Möglichkeit, an einem Knigge-Seminar teilzunehmen. Das eintägige Seminar mit dem Titel „Business Knigge – Mit Stil zum Erfolg“ fand im Restaurant „Zur Post“ in Odenthal statt.

Die Teilnehmer des Business Knigge Seminars

Bei dem Seminar lernten wir die verschiedensten Umgangsformen und Höflichkeiten, die gerade im Business erwartet werden, kennen. So zeigte uns unser Dozent Herr Morschhäuser zum Beispiel, wer wen wem vorstellt (erst der Mitarbeiter seine Begleitung, danach der Vorgesetzte), was die korrekte Anrede für Adelige und hochrangige Personen ist (die ledige Tochter der Baronin wird mit „Baroness“ angeredet), wann welcher Dresscode angepasst ist und worauf es bei einer guten Tischrede ankommt (dem TUBA-Prinzip folgend).

Den Höhepunkt der 9-stündigen Veranstaltung stellte ohne Zweifel das 4-Gänge-Menü dar. Es wurde uns zum Beispiel gezeigt, wie wir am besten mit Besteck eine ganze Garnele zerlegen und essen. Eine kleine Weinkunde war ebenso wie die korrekte Handhabung der Servietten oder das korrekte Verhalten, falls einem das Besteck herunterfällt, Teil des Programms.

Zum Abschluss muss man sagen, dass dieses Seminar ein wenig Licht in den Dschungel von guten Manieren gebracht hat und wir jetzt noch stilsicherer auftreten können.

Nikolas Heitkamp und Thomas Scheurich

Projektabschluss operatives und strategisches Konditionsmanagement bei einer führenden Elektronik-Fachhandelskette Europas

Nachrichten über neue, innovative Projekte hört man in den Medien häufig und sind von Unternehmen gern gesehen. Denn sie zeigen, dass eine Organisation nicht stillsteht und sich mit Neuem bzw. Optimierungen von Bestehendem beschäftigt, um sich weiterzuentwickeln und für die Zukunft zu rüsten. Das publiziert man gerne auch medienwirksam, um die positive Innovationskultur eines Unternehmens hervorzuheben. Allerdings hört man häufiger von neuen Projekten, als vom weiteren Fortschritt oder erfolgreichen Abschlüssen dieser. Laut Definition löst man Aufgabenstellungen im Rahmen von Projekten bei denen „das zu lösende Problem relativ komplex erscheint und der Lösungsweg zunächst unbekannt ist.“. Jedoch führt die Komplexität bzw. die unsichere Planbarkeit des Projektergebnisses häufig dazu, dass Projekte gänzlich scheitern oder die anfangs geplanten Aufwände oder Ziele nicht erreichen. Diese Fehlentwicklungen werden zumeist vor der Öffentlichkeit unter Verschluss gehalten und daher kommt es, dass der Informationsfluss über den Projektstatus im Sande verläuft. Nicht jedoch so bei der gicom…

Das im Juli 2008 begonnene Projekt zur Einführung des operativen (OKM) und strategischen (SKM) Konditionsmanagements bei einer führenden Elektronik-Fachhandelskette Europas, hat mit einer offiziellen Abschlussveranstaltung im Juli diesen Jahres sein erfolgreiches Ende gefunden. Begonnen hat die Einführung  2008 mit den zwei Pilotländern Niederlande und Belgien, in denen der Handelskonzern u.a. seine Märkte betreibt. Zunächst hat sich das Projekt auf das operative Konditionsmanagement fokussiert und die Kernanforderungen der Piloten diesbezüglich aufgenommen. In dieser Zeit war der Projektstandort fast ausschließlich in Rotterdam, wo die niederländische Tochtergesellschaft ihren Verwaltungssitz hat. Mit erfolgreichem Go-Live der Niederlande bereits im November 2008 gab es früh einen ersten Teilerfolg zu vermelden. In den nachfolgenden Releases wurden weitere Anforderungen, die nicht im OKM Standard enthalten waren, implementiert. Mitte/Ende 2009 war es dann soweit, auch die anderen Länder auszurollen. Es wurden Länderpakete geschnürt, die nacheinander ausgerollt wurden, denn die Fachhandelskette ist in 14 Ländern aktiv, die man nicht alle gleichzeitig bedienen konnte. In den folgenden Monaten und Jahren waren wir damit beschäftigt, insbesondere die landesspezifischen sowie rechtlichen Anforderungen kennenzulernen und damit in OKM umzugehen. Es gab ‚einfachere‘ Länder wie Österreich oder Belgien, aber auch ‚komplexere‘ wie Spanien oder Russland, die uns vor allen Dingen mit ihren steuerrechtlichen Richtlinien zu schaffen machten. Im Rahmen des Rollouts waren wir vor allem am Sitz der Holding lokalisiert, zu den Workshops oder Schulungen mit den Ländern sind wir mit zwei bis drei Projektmitgliedern in das jeweilige Land gereist. Besonders die zahlreichen Auslandsaufenthalte waren eine spannende Erfahrung und der Kontakt mit verschiedenen Kulturen verlieh dem projektüblichen Alltag eine aufregende und interessante Komponente. Im Anschluss an die Produktivsetzung eines Landes mit OKM, folgte nicht lange danach ebenfalls die Implementierung von SKM. Im ungefähr jährlichen Turnus gab es auch Teamentwicklungs-Events für das Projektteam, welches sich aus Mitarbeitern von gicom sowie unseres Kunden zusammenstellte. Dieses diente zur Stärkung der Zusammenarbeit und des Teamspirits. So waren wir unter anderem auf einer Rafting Tour in Österreich oder ein anderes Mal in einem Klettergarten.

Zum offiziellen Abschlusstermin im Juli 2012 sind viele ehemalige und aktive Projektmitglieder zusammengekommen und hörten gespannt unserem Geschäftsführer, Herr Hans-Jakob Reuter, sowie dem Vice President Controlling unseres Kunden beim Projektresumé zu. Dabei wurden die Erfolge und der Mehrwert des Projektes für die Unternehmensgruppe herausgestellt. Zudem wurden ebenfalls einige Anekdoten zum Besten gegeben, die sich im Laufe der Jahre zugetragen haben. Abschließend gab es noch eine standesgemäße Projektabschlussfeier mit leckerem Essen und genüsslichen Getränken.

Der Projektabschluss zu den Modulen OKM und SKM aus der gkm Suite heißt allerdings nicht, dass die Zusammenarbeit mit unserem beendet ist. Es sind bereits Folgeprojekte angelaufen, die sich einerseits mit weitergehenden Optimierungen im OKM bzw. SKM-Umfeld beschäftigen, andererseits neue Themen tangieren. So soll für das dezentrale Konditionsmanagement, darunter versteht man bei unserem Kunen die Abwicklung von Konditionen in den Märkten, ebenfalls OKM als Tool genutzt werden. Dazu wird im Rahmen eines Projektes OKM@Web eingeführt, welches die Funktionalitäten des operativen Konditionsmanagements nicht über die konventionelle SAP GUI, sondern über einen gewöhnlichen Internet Browser erreichen lässt. Ferner wird im Rahmen eines anderen Projektes eruiert, ob das Verhandlungsmanagement aus der gkm Suite mit der iPad Komponente, aus Kundensicht eine sinnvolle Ergänzung zur Unterstützung des Verhandlungsprozesses beim Lieferanten ist [nähere Infos unter Contract2Go].

Mit den letzten Worten ertappe ich mich dabei, so wie anfangs berichtet, wie viele andere über neue Projekte zu berichten. Jedoch bin ich mir sicher, dass auch zu diesen Projekten Meldungen über den weiteren Fortschritt bzw. dem Projektabschluss nicht auf der Strecke bleiben.

Autor: Patrick Zajonz