Wie ich mit meinem Chef in die Luft ging

An manchen Tagen passt einfach alles und dann kommt noch eine schöne Überraschung obendrauf…

Neulich war ich bei einem unserer Kunden in Kiel, um dort eine Basis-Schulung „Konditionspflege in OKM“ zu halten. Die An- und Abreise gestaltet sich immer etwas zeitaufwendig, da man erst von Köln nach Hamburg fliegen und anschließend mit dem Shuttlebus nach Kiel fahren muss. Daher war ich bereits am Vortag angereist, damit es gleich morgens mit der Schulung losgehen konnte.

Cockpit – Das Flugzeug von innen

Die Veranstaltung lief dann richtig gut. Die Teilnehmer waren voll dabei, stellten interessierte Fragen und die allgemeine Stimmung war gut. Kurz: eine Schulung, wie man sie sich nur wünschen kann. Wir waren gerade fertig geworden und ich überlegte, wie ich die Zeit – immerhin noch gute zwei Stunden – bis zur Abholung durch den Shuttlebus sinnvoll nutzen könnte, da schaute mein Chef, Herr Reuter, zur Tür herein. Dieser hatte ebenfalls Termine im Hause gehabt und wollte kurz „Hallo“ sagen. Nach kurzem Gespräch kamen wir dann auf die Rückreise zu sprechen. Was soll ich sagen, es stellte sich heraus, dass Herr Reuter eine der seltenen Gelegenheiten genutzt hatte, wo man das Nützliche mit dem Schönen verbinden kann – er war selbst mit einer kleinen Propellermaschine direkt nach Kiel geflogen und bot mir nun an, mit ihm nach Hause zu fliegen.

Die „kleine“ Propellermaschine!

Eine schöne Aussicht, nicht wahr?

Wow! Ich habe erstmal voll auf der Leitung gestanden. „Wie, mit ihm mitfliegen? Ich hab doch schon einen Flug?“ Aber dann hatte ich den Clou verstanden und für mich war klar, das mache ich. Von da an habe ich mich gefühlt als hätte ich Geburtstag. Zugegeben, beim Einsteigen habe ich einen kurzen Moment Angst gehabt. Da sagte Herr Reuter sinngemäß: „Falls Ihnen schlecht werden sollte, die Tüten finden Sie dort“. „Oh mein Gott, das wäre ja nun der ultimative Albtraum. Ich und so eine Tüte, wäre das peinlich! Wenn mir nun tatsächlich schlecht wird. Vergiss das mit den Tüten ganz schnell wieder, dir wird nicht schlecht.“ Und dann ging es auch schon los… Nein, mir ist kein bisschen schlecht geworden. Dafür war es einfach viel zu toll, in so einem kleinen Flieger zu sitzen, den Funkverkehr mit zu hören und zu sehen, was der Pilot so tut.

Ich kann die vielen phantastischen Eindrücke gar nicht in Worte fassen! Ein schöner Nebeneffekt ergab sich daraus, dass der anvisierte Flughafen Hangelar praktisch vor meiner Haustür liegt, so dass ich pünktlich zum Abendbrot zu Hausewar und nicht, wie ursprünglich geplant, erst kurz vor Zwölf.

Das war ein tolles Erlebnis, das ich sicherlich in Erinnerung behalten werde. So was passiert einem nur in der Gicom-Family – wenn man einen perfekten Tag hat und dann noch Zufall und Glück dazu kommen.

Autorin: Jutta M. Prenting